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Die Soziale Branche hat diese Jobs aus der Sparte, „Mit Menschen arbeiten“. Gefühlt hört sich das immer an, als wenn Menschen auf dem Fließband liegen und von A nach B gepackt werden.

Der Erzieher ist ein sogenannter Beruf mit Menschen. Mit jungen Menschen, die unzählige Bedürfnisse, Sichtweisen und Ideen mit sich bringen.

ICH MAG KINDER SEHR GERNE – ABER DAS REICHT NICHT FÜR DEN ERZIEHER

Bevor du dich fragst, wie du den Erzieherberuf erlernst, solltest du dich Fragen, warum du diesen Job machen willst? Eines nehme ich schon mal vorweg, ein großes Herz für Kinder reicht nicht aus, um den Erzieherberuf aus zu üben.

Auf Jobmessen ist der Berufszweig des Erziehers ein gefragter Job. Vor allem bei Menschen, die sich nochmal umorientieren möchten. Der Quereinstieg in das Berufsfeld ist nicht mehr selten. Häufig wird der Beruf durch Jobvermittler oder vom Jobcenter wie auf einem Marktplatz spottbillig angeboten, weil es einen hohen Fachkräftemangel gibt.

Hinzu kommen dann noch die Menschen, die sich den Erzieherberuf eindimensional vorstellen. Hier heißt es dann, spielen mit Kindern, mal ein schönes Gespräch mit den Eltern oder ein Bastelangebot hier und mal Windeln wechseln dort.

Wenn du dich entscheidest Erzieher zu werden, dann stellst du dich der Verantwortung mit dem höchsten Gut eines Kindes umzugehen: mit seinem Vertrauen.

Als Erzieher entwickelst du eine Bildungspartnerschaft. Mal tröstest du das Kind, mal lachst du mit ihm, mal streitet ihr, aber immer bewegt ihr euch auf einer Entdeckungsreise der Entwicklung des Kindes.

Wenn du genau das verinnerlichen kannst, dann entscheide dich Erzieher zu werden.

ERZIEHERAUSBILDUNG WO UND WIE LANGE?

Zuerst solltest du dir überlegen, ob du die Ausbildung zum Erzieher im dualen Studium machen möchtest oder in Vollzeit?

Das duale Studium ist eine berufsbegleitende Ausbildung mit einer Dauer von drei Jahren. Einen Teil deiner Woche bist du in der Praxis und einen Teil verbringst du in der Schule. Hier gibt es unterschiedliche Modelle. Häufig sind es zwei Schultage pro Woche. Einige Schulen haben ihr System auf sogenannte Blockwochen umgestellt.

Für Quereinsteiger ist das die beste Methode die Ausbildung zu machen, weil eine bezahlte Anstellung inbegriffen ist. Für diesen Zweig ist eine Ausbildungsstelle in einer Kita Voraussetzung.

Wenn du gerade aus der Schule kommst und dein Abitur erfolgreich beendet hast oder die Ausbildung zum Sozialassistenten gepackt hast, dann kannst du die Ausbildung gewiss als Vollzeitvariante durchziehen.

Diese besteht aus drei Jahren vollschulischen Unterricht mit drei Praktikumszeiten. Die Praktika sind auf die drei Ausbildungsjahre verteilt. Nachteil ist, man verdient nicht einen Euro und müsste einen Nebenjob ausführen.

Es gibt sehr viele Schulen die heutzutage Erzieher ausbilden. Ihr werdet definitiv fündig, wenn ihr bei der Suchmaschine eures Vertrauens nach Erzieherschulen sucht.

In Berlin gibt es staatliche Schulen mit dem Schwerpunkt Sozialwesen und private Schulen die Erzieher*Innen ausbilden.

ENDLICH EIN JOB OHNE MEHRARBEIT

Ich mache schon mal klar, dass ich in meinen Blogartikeln niemanden anlügen möchte. Natürlich macht ihr auch in dieser Branche Überstunden.

Oftmals hat das einen relativ natürlichen Grund. Es kann schon mal vorkommen, dass Eltern im Stau stecken, die Bahn verpassen oder selber Überstunden machen mussten. Dann wird das eine oder andere Kind nach der Öffnungszeit abgeholt.

Hinzu kommen betriebsbedingte Gründe, wie Personalnotstand, Krankheiten oder schwierige Urlaubsplanungen.

Ich mache hier mal einen Sprung zurück zum Anfang. Die Frage war, warum möchtest du diesen Job machen?

Genau, du wolltest Bildungspartner der Kinder werden. Gleichzeitig bist du auch Teampartner deiner Kollegen. Deshalb müssen nicht sofort 100 Überstunden gemacht werden und Urlaubstage verschoben werden, aber einen hohen Grad an Teamplay solltest du auf jeden Fall mitbringen.

Teamarbeit ist im Erzieherberuf unglaublich wichtig. Warum und Weshalb erfährst du in einem meiner nächsten Blogartikel.

DER ERZIEHER IST EINE SOZIAL-EMOTIONALE BILDUNGSMASHINE

Was meine ich mit dieser Unterüberschrift? Ich verstehe darunter einen Menschen, der auf beiden armen ein Kind trägt. Das Telefon zwischen Ohr und Schulter geklemmt hat. Nebenbei zwei Elterngespräche führt. Mit einem Bein dem Kollegen die Tür aufhält und das zweite Bein fast den Stand verliert.

Was ich damit ausdrücken will, dass, der Beruf die Allrounder-Krankheit hat. Erzieher*Innen möchten eine sehr gute pädagogische Arbeit anbieten. Sie möchten gute Berichte schreiben, tolle Angebote schaffen und am Ende des Tages Eltern zufrieden stellen.

Ach und dann ist da noch der Chef der einen zusätzlichen Medienbeauftragten für die kommende AG braucht.

Du denkst jetzt, dann muss man auch mal nein sagen. Richtig, aber den Zeitpunkt verpasst man leider häufig.

Deshalb empfehle ich von Anfang an und schon in der Ausbildung sich und seine Belastungsgrenzen sehr gut zu reflektieren. Dann kann man dem Risiko irgendwann nach zwei bis drei Berufsjahren etwas entgegenwirken.

Wenn du noch weitere Fragen zu diesem Thema hast, dann schreibe mir gern via Twitter oder Facebook. Wird es länger, dann empfehle ich dir eine Mail zu schreiben.

Viel Erfolg beim Einstieg in den Erzieherberuf