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WIE BRINGST DU NEUE IDEEN IN DAS PÄDAGOGISCHE KONZEPT EIN?

Der kleine Kampf gegen die Teamroutine. Du bist neu im Team. Es fühlt sich gut an. Die Kollegen*Innen nehmen ein gut auf. Kinder und Eltern sind neugierig und höflich auf die kommenden Wochen mit dir als neues Teammitglied. Nach genau sechs Wochen stellst du die ersten Dellen im Kitakonzept und der Umsetzung fest. Es ist an der Zeit alles zu verändern oder?

DAS KITAKONZEPT VERSTEHEN

Ich selbst bin kein super optimaler Partner, wenn es darum geht geduldig zu agieren. In den letzten Jahren habe ich es aber mehr und mehr verinnerlicht. Es ist ein Prozess. Genauso ist es ein Prozess Abläufe, Regelungen, Absprachen, eben das Kitakonzept kennenzulernen.

Die Zeit wird dir zeigen, in welchem Stadium sich das Team und die pädagogische Arbeit befindet. Du konntest vielleicht nur ein bis zwei Tage vorher hospitieren, bevor der Entschluss stand, die Stelle anzunehmen. Dann startest du und brauchst erstmal eine gewisse Anlaufphase, um alle Abläufe halbwegs zu verinnerlichen.

Du kannst natürlich nach einer guten Woche den Kamikaze spielen und gleich erzählen, was alles falsch läuft und welche Dinge verbessert werden müssen, jedoch würde es euch wirklich keiner abnehmen. Das Team bewegt sich umgehend in eine Abwehrhaltung. Verständlich, weil sie quasi Hausherr sind und du „nur“ das neue Teammitglied.

Was dabei hilft den Grund für die Strukturentwicklung des Kitakonzepts und der Teamkultur zu verstehen, ist, wenn du viele Gespräche führst. Erstelle dir in den ersten Wochen einen Fragenkatalog und arbeitet ihn durch Gespräche mit verschiedenen Kollegen*Innen ab. Die Antworten schreibst du zusätzlich in den Katalog. Anschließend wertest du ihn aus. Am einfachsten markierst du dir die Antworten nach einem Ampelsystem. Grün könnt ihr nachvollziehen, gelb ist zu überprüfen und rot stuft ihr als inakzeptabel ein.

Als nächste Phase solltest du die mit gelb markierten Antworten nochmal im Arbeitsalltag überprüfen. Wenn du dich selbst in die Situation bringst, dann könnt du die Ursache der Handlungen besser nachvollziehen.

Hast du das getan, bist du an dem Punkt, wo du dich entscheiden musst, ob eine Veränderungen erreicht werden soll oder das vorhandene, nicht zufriedenstellende Konzept und Teamwork hinnehmt.

DAS KINTAKONZEPT HINTERFRAGEN

Gut. Du hast dich entschieden das Konzept zu hinterfragen. Sonst hättest du aufgehört weiterzulesen. Die Frage die du dir jedoch stellen musst ist, was du für einen Mehrwert in das Konzept bringen willst?

Meckern kann man immer. Kritik äußern ist immer einfacher als Kritik zu hören und anzunehmen. Deshalb gehst du in dich und betrachtest genau deine Kritikpunkte.

Wie können nun eigene Vorstellungen und die „störenden“ Konzeptpunkte koexistieren? Was klar ist, du kannst ein bestehendes Konzept nicht komplett umwerfen. Damit wirst du die Kollegen vor den Kopf stoßen. Das ist am Ende auch nicht deine Aufgabe. Um ein komplettes Konzept umzuwerfen, müssen viel weitsichtigere Dinge passieren und klare Gründe erkannt werden. Bei solch einem Schritt sollte zu dem der Träger mit ins Boot geholt werden.

Aber hier geht es darum, kleine Ideen umsetzen zu können. Diese können durch aus einen Dominoeffekt hervorrufen und mehr bewirken als gedacht.

Des Rätsels Lösung ist der Kompromiss. Ich verstehe dich total, wenn du sagst, NEIN, da gibt es Punkte die müssen weg! Kenne ich. Ging mir früher auch so und ab und an auch heute noch so. ABER! Du bist nicht im Wilden Westen. Suche klare Argumente um deine Idee ausprobieren zu können.

Erkläre deine Idee. Bringe Beispiele. Gib Klarheit über die Einführung der Idee. Lass ein kleines Türchen offen, damit die Kollegen an der Idee mitarbeiten können. Gib einen Testzeitraum an und vereinbare eine Reflektionstermin.

Wenn du optimal geplant hast, dann sind die Chancen ziemlich groß, dass du erhört wirst.

KONZEPT OPTIMIEREN

Ein Konzept ist das Herz einer jeden Kita. Im besten Fall verkörpert es die Grundhaltung des Teams und wurde gemeinsam erarbeitet. Der Leiter sollte jedes Jahr die Parole ausgeben, an der Konzeption überprüfend zu arbeiten. Dadurch bleibt das Konzept dynamisch und flexibel für Erweiterungen aus der Bildungs- und Erziehungswissenschaft.

Im Grunde ist es immer gut, wenn du als Erzieher Ideen und Gedanken für die Konzeption festhältst. Die Ideen müssen nicht immer sofort umgesetzt werden. Du kannst sie erstmal für dich behalten oder im kleinen Rahmen ausprobieren. Dann stellst du eher fest, woran die Idee scheitern kann.

Wenn du deine eigene pädagogische Idee immer wieder verfasst, dann ergeben sich vor allem für dein eigenes pädagogisches Handeln viele Prozessmöglichkeiten.

Ein Konzept muss trotz der Dynamik und Flexibilität ein stabiles Gebilde sein. Zu viele schnelle Veränderungen bringen Unstimmigkeiten rein. Dinge nur zu verändern, weil man Veränderung will bringt keinem was. Dann musst du akzeptieren, dass das jetzige Konzept nicht zu dir passt und du dich nach einem anderen umschauen solltest.

Die Ideen, welche einen Mehrwert bringen sollen, müssen begeistern, müssen die Gedanken der Kollegen fangen. Selbst darf man sich nicht ausnehmen. Denn DU bist der Vorreiter für deine Ideen.

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