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Elterncommunity aufbauen – Wie gelingt Elternarbeit in der Kita

Eine stabile und wertige Elterncommunity hebt die Qualität jeder Kitaeinrichtung. Das Thema Elternarbeit wird im Kindergartenbereich immer heiß diskutiert. Teilweise bilden sich hier sogar Lager, die für oder gegen Elternarbeit in der Kita sind. Die schwarz-weiß Sichtweise kommt daher, weil es sich hier um Meinungen, Erziehungsideen, Expertendenken und emotionalen Ausbrüchen handelt. Nicht selten enden Erzieher-Eltern-Beziehungen in einer Einbahnstraße. Das Leid aus diesem Ergebnis tragen die Kinder.

Das Thema Elternarbeit wird im Kindergartenbereich immer heiß diskutiert. Teilweise bilden sich hier sogar Lager, die für oder gegen Elternarbeit in der Kita sind. Die schwarz-weiß Sichtweise kommt daher, weil es sich hier um Meinungen, Erziehungsideen, Expertendenken und emotionalen Ausbrüchen handelt. Nicht selten enden Erzieher-Eltern-Beziehungen in einer Einbahnstraße. Das Leid aus diesem Ergebnis tragen die Kinder.

Wie DU eine starke Elterncommunity aufbauen, welche deine Kita qualitativ voranbringt, erfährst du JETZT!

ELTERNARBEIT ALS MEHRWERT VERSTEHEN

Eltern sind der Schlüssel für eine optimale Entwicklungspartnerschaft 

Wir Erzieher*Innen betrachten Eltern häufig gesondert von den Kindern in unseren Einrichtungen. Klar, wir betreuen in erster Linie die Kinder, welche theoretisch den Hauptfokus unserer pädagogischen Arbeit ausmachen. Wir müssen Eltern aber dringend mit in diesen Fokus nehmen.

Das Anmeldungsgespräch führen wir mit den Eltern, wir machen Ihnen mehr oder weniger deutlich, wie die Eingewöhnung abläuft. Und nicht selten, rauschen diese Infos total an den Eltern vorbei.

Denn eigentlich denken sie nur daran, dass es ihren Kindern hoffentlich gut gehen wird. Eigentlich vermissen sie jetzt schon die intensive Zeit mit dem eigenen Kind. Die Überlegung, dass das Kind vielleicht noch zu jung ist für die Kita, schwingt bei jeder Frage an die Erzieher*Innen mit.

Deshalb ist es von Beginn an notwendig, sich den Eltern zu nähern. Sie in den Prozess der Eingewöhnung einzubeziehen. Es ist nötig ein Forum zu bieten, um Sorgen und Ideen äußern zu können und für den Entwicklungsprozess des Kindes einen gemeinsamen roten Faden aufzubauen. 

Wie ich in meinem aktuellen Video schon sagte, Eltern sind nicht die Experten ihrer Kinder ebenso wie Erzieher*Innen es auch nicht sind.

Eltern haben den wichtigsten Part der kindlichen Entwicklung – Die sozial-emotionale Bindung

Wir Erzieher haben einen großen Anteil an einigen kindliche Bildungsprozesse im Kindergarten. Wir sind Lernmotivatoren, Entwicklungsbegleiter und Wissensvermittler. Sicherlich bauen wir auch eine Art Bindung zu den Kindern auf, damit sie uns für die zuvor genannten Parts das Vertrauen schenken.

An die sozial-emotionale Stärke der Eltern kommen wir jedoch nicht ran. Aus meiner Sicht ist das auch nicht nötig, denn mit einer bewussten Kommunikation und Achtsamkeit für genau diese Stärke der Eltern, können wir unglaublichen Nutzen ziehen.

Pauschal nehmen wir hin, dass die Eltern selbstverständlich dieses Bindungswissen haben. Oft genug versuchen wir das Wissen von Mutter und Vater mit unserem zu überspielen. Dadurch kommen sich Eltern und Erzieher häufig bewusst und unbewusst in die Quere.

Es entsteht ein Machtkampf, der unnötig Kraft kostet. Das Sprichwort “Schuster, bleib bei deinen Leisten” macht hier total Sinn. Eltern agieren aus einer Intuition, aus einem Grundvertrauen zu ihrem Kind. Erzieher*Innen handeln nach Erziehungsverständnis und “hinzugelernten” fachtheoretischen Inhalten und ein bisschen Intuition. 

Das sind zwei verschiedene Lager, mit zwei Sichtweisen, die koexistieren müssen. Keine Partei ist besser oder schlechter. Sie müssen lernen zu Vertrauen und gemeinsam reflektiert auf das Ziel hinarbeiten, den Entwicklungsprozess des Kindes positiv zu gestalten.

Mit mehr Elternsicht kann jede Einrichtung ihre Arbeit bereichern

Damit die Eltern einen produktiven Teil in der Kita beitragen können, ist der erste Schritt, die Bereitschaft des Teams aufzubauen. Wie anfangs erwähnt, gibt es unter den Erzieher*Innen durchaus strenge Grenzen, bis wohin Elternarbeit gehen darf. Diese Grenzen müssen besprochen werden. Sie müssen behutsam geöffnet werden. 

Es kann durchaus sein, dass das Gefühl herrscht nicht beobachtet werden zu wollen. Das Kollegen Kompetenzverlust spüren und im weiteren Sinne die Kinder vorgeschoben werden. Kinder verhalten sich nämlich anders, wenn die Eltern in der Kita sind. Stimmt, es ist auch Mama oder Papa, die wichtigsten Menschen in ihrem Leben.

Du merkst, Elternarbeit auf ein hohes Level zu bringen benötigt unglaublich viel Kraft, Reflektion und Willen. Wichtig ist, Elternarbeit stabil und achtsam aufzubauen. Dies ist im Sinne beider Parteien gedacht. Es braucht mehrere Säulen, damit das Eltern-Erzieher-Gebilde stabil steht und nicht bricht wenn eine Säule wegfällt. Deshalb besprechen wir in der Folge, in welchen Schritten wir vorangehen, um eine sichere Elterncommunity aufzubauen.

EINE ELTERNCOMMUNITY ENTSTEHEN LASSEN

Ok, ok, jetzt weißt du, dass Elternarbeit nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Doch stellst du dir die Frage, wie baue ich so eine Elterncommunity auf? Lade ich alle zu einem gewaltigen Eltern-Info-Fest mit Grill und leckerer Limonade ein und veranstalte ein Wissensspektakel?

NEIN! Alles mit der Ruhe und Geduld. Ich stelle dir folgend ein paar Möglichkeiten auf, die du ausprobieren kannst, um deine Elterncommunity zu gestalten. Das wichtigste ist, dass du dir Zeit für die Entstehung nimmst. Du möchtest Treffen mit einem hohen Mehrwert kreieren und keine Zwangsveranstaltungen.

Eltern-Kind-Spieltage

Fangen wir ganz einfach an. Große Bühnen sind nichts für vertraute und achtsame Gespräche. Deshalb solltest du dir von gewöhnlichen Elternabenden nicht zu viel Intimität versprechen. Die Eltern sind sich vielleicht untereinander unbekannt und trauen sich nicht zu öffnen.

Mit Eltern-Kind-Spieltagen lädst du zu einer gemütlichen, übersichtlichen, lockeren Runde ein. Drei bis fünf Eltern gemeinsam mit den Kindern werden für den Kitanachmittag eingeladen.

Ruhige Kooperation möglich machen

Es sollte ein ruhiger und spielanregender Raum sein, der dem eigentlich Kitageschehen abgezwackt werden kann. Ich empfehle einen kokonstruierenden Bereich aufzusuchen. Hier macht es sich einfacher in eine gemeinsame Tätigkeit zu kommen. Je nach Motivation und Atmosphäre können kleine Spielaufgaben entwickelt werden, um die Eltern in Kommunikationssituationen zu bringen.

Die Zeit grenzt du weiträumiger ein. Bewusst kannst du für gute 60 Minuten einladen und im Hinterkopf einen 30 minütigen Puffer lassen, falls die Atmosphäre gerade super intensiv ist. Finde einen guten Abschluss, dann bleibt die Lust auf ein erneutes Zusammentreffen größer. Plane den Termin ca. 14 Tage im voraus, dann haben die Eltern genug Zeit sich den Termin freizuhalten. Terminiere den Eltern-Kind-Spieltag an einem Tag an dem du schon alle wichtigen Aufgaben erledigt hast. Wenn du mit deiner vollen Aufmerksamkeit teilnimmst, fühlen sich die Teilnehmer*Innen sehr wertgeschätzt.

Die Elterncommunity entsteht

Das Ziel, welches wir mit dem Eltern-Kind-Spieltag erreichen möchten, ist ein Gefühl für die Eltern zu gewinnen während sie mit ihrem Kind spielen. Wir merken, mit welcher Art und Weise sie mit den Kindern ins Spiel kommen, wie sie mit den Kindern kommunizieren und welche Erziehungsthemen gerade aktuell sind.

Du selbst nimmst die Rolle des Zuhörers ein. Verhalte dich ruhig, sei Ideengeber, aber beweg dich unauffällig zwischen Lösungen finden und Prozesse anstoßen.

Nachdem du interessante Gespräche begleitet hast kannst du dich kurz vor Schluss etwas rar machen und den Eltern die letzten Minuten geben, um den Eltern-Kind-Spieltag sacken zu lassen.

Du verabschiedest dich mit wohlgesonnen Worten und checkst schon mal ab, ob die Eltern ein weiteres Mal zusagen würden.

Elterntreff

Der Elterntreff ist Level zwei auf dem Weg zur Elterncommunity. Ein Treffen kann schon mal bis zu 10 Mütter/Väter umfassen. Anders als zu dem Eltern-Kind-Spieltag muss hier ein gemeinsamer Sinn erfasst werde, welcher die Eltern zusammen kommen lassen soll.

Hierfür solltet ihr einen klaren Grund angeben. Diesen findet ihr direkt bei den Eltern. Ihr könnt eine Umfrage starten. Beispielsweise nehmt ihr ein Thema aus der letzten Dienstbesprechung die unter den Erziehern nicht geklärt werden konnte oder ein Vorhaben welches geplant werden muss. 

Das könnte wie folgt aussehen:

“Liebe Eltern, wir brauchen eure Ideen und Anregungen! Es soll für die Kinder eine AG ins Leben gerufen werden mit dem Namen “Gesund kochen mit Lust und Laune”. Deshalb laden wir euch zu einem gemeinsamen “Eltern-Kochen” ein, um die Planung einzuläuten!”

Nicht alles wissen, nicht alles umsetzen

So ungefähr könnte es aussehen. Ihr verbindet die Ideensuche mit der Tätigkeit und lasst die Eltern gemeinsam agieren und während dessen tauschen sie sich aus. Ihr bindet sie aktiv in die Planung eines pädagogischen Konzepts ein, was einen nachhaltigen Effekt haben wird. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ihr nicht wieder wie die Allwissenden rüberkommt, die für jedes Projekt oder Angebot eine Lösung parat habt.

Ein Elterntreff ist natürlich nicht nach 60 Minuten zu Ende. Ihr schafft eine gemütliche Atmosphäre und plant das Vorhaben ohne Zeitdruck. Für euch selber könnt ihr natürlich ein Limit setzen, aber ich empfehle dir, das Ende offen zu halten. Selten habe ich erlebt, dass solch ein Treffen fünf oder sechs Stunden dauert.

Elternabend

Der Elternabend ist der Klassiker unter den Communitybausteinen. Ich selbst muss aber sagen, dass der Elternabend an sich zu viel Wert zugeschrieben wird. In der Theorie ist es eine PLattform zur allgemeinen Information und soll zum Austausch einladen. In Wirklichkeit ist es eine reine Oragnisations- und Infoveranstaltung.

Und genau das behalten wir auch bei. Wir nehmen die Möglichkeit des Elternabends als Werbeplattform für die Aktivitäten der Kita und des Trägers. Das bedeutet, ihr könnt die tollen Errungenschaften aus den Eltern-Kind-Spieltagen und den Planungen aus dem Elterntreff vorstellen. Dadurch macht ihr die Eltern, die noch nicht dabei waren, neugierig auf diese Angebote.

Verkaufe den Eltern deine Kita

Dabei kommt es natürlich auf euer “Verkaufstalent” an. Wenn du begeistern willst, dann präsentiere das Ganze auch mit Leidenschaft. Am besten machst du das auch nicht alleine. Um authentischer zu wirken, lässt du Stimmen der Teilnehmer zu Wort kommen. Wenn das Feedback direkt von Eltern an Eltern geht, hören sie nochmal aufmerksamer zu.

Die Struktur des Elternabends muss übersichtlich und nicht zu voll gestaltet werden. Baue den Ablauf im Sinne einer Highlightkurve auf. Ihr beginnt mit einer Begrüßung und ein bis zwei kleineren Themen zum Einstieg. Darauf lasst ihr das Hauptthema folgen und schließt mit Infos und Organisation ab. Somit habt ihr genug Input für ca. 60 Minuten.

Denk dran, wenn es gut läuft, sitzen viele Eltern vor dir. Ich hatte schon Elternabende mit 30 Eltern. Es macht dann keinen Sinn zu sehr in die tiefe gehen zu wollen, weil nicht alle aktiv teilnehmen werden.

Elternevents

Jetzt ist ist Action angesagt! Du und die Eltern packen jetzt richtig an. Bei einem Elternevent geht es um die Umsetzung von geplanten Aufgaben oder Projekten. Damit dieses Vorhaben reibungslos funktioniert, bereitest du alles nötige vor. gebe dir ein klares Beispiel für ein Elternevent.

Das Thema könnte zum Beispiel “Urlaub” sein. Passt perfekt in die Sommerzeit. Ihr habt also ausgiebig mit den Kindern über ihren baldigen Urlaub gesprochen. Einige fliegen ans Meer, andere zu den Bergen und vereinzelt bleiben Kinder zu Hause oder fahren zu den Großeltern.

Ihr freut euch aber so sehr, dass ihr jetzt schon in den Urlaub fahren wollt. Also nehmt ihr alle Ziele der Kinder zusammen und braucht einen “Urlaubsraum”. Dafür benötigt ihr Kulissen, Accessoires und Verkleidung. Ihr seid schon so weit, dass ihr mit den Kinderns schon “Flug- und Bustickets” gekauft habt. Und jetzt kommen die Eltern ins Spiel.

Die Elterncommunity braucht Klarheit

Die Einladung geht mit dem konkreten Ziel raus, eine Urlaubslandschaft mit den Eltern zu bauen. Zusätzlich beschreibst du genau, welche Tätigkeiten geamcht werden müssen und welches Geschick eventuell gebraucht werden. Du terminierst den genauen Tag des Events und schätzt die ungefähre Dauer ein, machst eine Materialabfrage und stellst für das Event nötige Verpflegung bereit.

Das Event selber wird von dir geleitet, denn schließlich bist du die Stimme der Kinder und der Kopf der Planung. Wirklich nicht vergessen! Du machst mit! Nur in der Gegend stehen und lustig sein kommt überhaupt nicht an. Denk daran Fotos oder Videos von dem Event zu machen. Das ist wichtig für die Nachbereitung.

Nachdem das Event beendet ist kannst du dir sicher sein, dass die Eltern auf selbst stolz sind. SIe haben einen Mehrwert für die Kinder geschaffen und sind heimlich Teil des Projekts geworden. Die Kinder werden am nächsten Tag staunen und ihren Augen nicht trauen.

Das Elternevent kann ein unglaublich aktiver und kreativer Prozess sein und dabei sehr intensiv. Es schafft einen tollen Gemeinschaftswert unter den Eltern und du bist dabei der rote Faden, der sich um die Eltern schlängelt.

Elternworkshops

Du kennst die Idee pädagogische Themen für Eltern vorzubereiten, um sie dann den Eltern wie warme Semmeln vor die Füße zu schmeißen. Ich kenne das sehr gut. Habe ich auch mal gemacht. Dabei habe ich meistens zwei Fakten festgestellt.

Ersten, die Eltern kommen aus reiner Freundlichkeit und weil sie uns Erzieher*Innen das Gefühl geben möchte, sehr interessiert zu sein oder zweitens, sie bleiben fern weil sie nicht sensibel für das vorgeschlagene Thema sind.

Die Eltern bestimmen das Thema

Um genau das zu vermeiden fangen wir ganz vorne an, nämlich bei der Frage, was wollen die Eltern überhaupt wissen?

Mit dieser Einstellung machst du eine Umfrage. Gerne kannst du ein oder zwei Themenvorschläge auf schreiben, empfehlen würde ich dir aber, maximal Themenbereich anzugeben (Bsp: Sprachförderung/Ernährung).

Du musst die Eltern zwischendurch an die Umfrage erinnern, damit du am Ende eine gehaltvolle Analyse machen kannst. Ist die Umfragezeit abgelaufen orientierst du dich ganz einfach an den Ergebnissen.

Beginne damit eine Auswertung anzufertigen und mache diese transparent für die Eltern. Dadurch sehen sie, dass ihre Stimme wirklich wahrgenommen wurde. Anschließend gibst du das Topthema bekannt und schreibst dazu eine Einladung.

Mach einen Termin der ca. 14 Tage im voraus ist, damit die Eltern planen können. 

Werbung ist das A und O

Dann beginnt die Werbezeit. Ca. jeden zweiten bis dritten Tag könnt ihr die Eltern nach und nach an den Termin erinnern. Fertigt ein großes Plakat für die Garderobe oder Eingangstür an. Gebt nochmal Flyer aus oder schreibt eine Rundmail.

Ein sage ich euch ganz klar, du bekommst nicht alle Eltern unter einen Hut. Ist auch gar nicht unser Ziel. Wir möchten nur die Eltern, die wirklich interessiert sind und einen Mehrwert bringen. Für die, die nicht kommen wollen, wird es andere Themenmöglichkeiten geben.

Um in Zukunft mehr Workshops anbieten zu können, brauchen wir erfolgreiche Workshopabende mit den Eltern. Erkennen sie, dass die Abende auch für sie selbst gewinnbringend sind, kommen sie definitiv beim nächsten Mal wieder. Vielleicht auch bei einem Thema, welches sie selbst nur nebenbei interessiert.

Kitabesuch

Zum Abschluss der sechs Schritte kommen wir zum wohl höhsten und vertrauensvollsten Schritt für den Aufbau einer gewinnbringenden Elterncommunity. Der Kitabesuch bedeutet für die Eltern, dass sie Eintritt in das Reich der Kinder bekommen. Das ist nicht selbstverständlich, weil immer noch ein hohes Maß an Befangenheit herrscht, Eltern in den Kitaalltag zu lassen.

Es kommt auf dich und deine Kollegen an, ob die Bereitschaft da ist, die Eltern während eurer pädagogischen Arbeit Einblicke zu gewähren. Hier ist die volle Transparenz geboten. Ruhige empathische Situationen, Stresssituationen, Angebote oder Ausflüge. Alles frei zugänglich für die Eltern.

Ausreden oder Gründe

Häufig heißt es bei dem Thema Kitabesuch, dass die Kinder total verunsichert sind, wenn die Eltern in der Kita mitmachen würden. Sie werden eifersüchtig, weil die Eltern mit anderen Kinder spielen könnten und was machen wir, wenn das Kind plötzlich nach Hause will, wenn Mama oder Papa den Kitabesuch beenden?

Dafür gibt es Lösung, so viel schon mal vorab!

Ein Kitabesuch für Eltern hat eine klare Struktur, die vorher mit dem Team und dann mit den Eltern besprochen wird. 

Du stimmst mit dem Team die Tageszeit des Kitabsuchs ab. Es sollten keine Eingewöhnungen nebenher laufen und wenn möglich an personalstarken Tagen stattfinden. Selbstverständlich werden die Eltern nicht in pädagogische Fallbesprechungen involviert. Ich kann die Neugier verstehen, aber das ist ein absolutes NO GO!

Regeln für die Elterncommunity

Im Vorgespräch fragt ihr den Kitabesucher, ob sie sich vorstellen können ein Angebot mit den Kids zu veranstalten. Die Klassiker wie Kuchen backen oder Fahrräder reparieren kennen wir alle, aber wer gerne liest oder ein Instrument spielen kann bringt eben das mit. Wichtig ist Stärken mit zu integrieren, wer weiß, vielleicht entsteht dadurch eine AG?!

Lass die Eltern trotz Gespräch nicht ganz alleine. Sie sollen keine pädagogische Fachkraft an diesem Tag ersetzen, sondern eine Wohlfühloase für die Kinder sein. Es kann gut sein, dass die eine oder andere Regel etwas gedehnt wird oder das es etwas unübersichtlich wird. Das ist aber kein Grund für dich wild durch die Kita zu prusten.

Wenn die vereinbarte Besuchszeit vor rüber ist, nimm dir Zeit für eine Auswertung. Das können knackige 15 bis 30 Minuten sein. Ein einfach Frage und Antwort System reicht für den direkten Moment danach aus.

Für euch könnt ihr den Kitabesuch immer festhalten und dokumentieren. Somit zeigst du auf eine besondere Art, dass Eltern jederzeit erwünscht sind. Die Kitabesucher freuen sich im nachhinein ebenso, weil sie herzlich willkommen wurden.

WIN-WIN FÜR KINDER, ELTERN & PÄDAGOGEN

Das alles liest sich jetzt so einfach, aber ist ein geduldiger und harter Weg, um diese Schritte umzusetzen. Unmöglich ist es aber nicht. 

Am Ende ist es definitiv eine WIN-WIN-Situation für die gesamte Einrichtung. Je ausgeglichener die Beziehung zwischen Eltern und Erziehern ist, desto entspannter sind die Kinder. Sie merken, wenn es zwischenmenschlich bei ihren eigenen Eltern und dem Erzieher nicht funkt. Ein Loyalitätskonflikt birgt viel Gefahren für die Beziehung zwischen Kind und Pädagoge.

Die Elterncommunity macht das Erzieherteam stark

Eine starke Elterncommunity stärkt das Kitateam. Beide Seiten sind klarer in ihren Rollen. Nehmen sich ernst. Respektieren das jeweilige Metier. Die Gründe, vermehrt in die pädagogischen Ideen und Handlungen zu grätschen nehmen spürbar ab. Empathie führt quasi automatisch zu einem vertrauensvollen Miteinander.

Das finale Ergebnis aus meiner Idee eine Elterncommunity aufzubauen ist, dass sich Eltern und Pädagogen auf Augenhöhe bewegen können. Misstrauisches Konkurrenzverhalten ist ein altmodisches Muster, welches zur Seite gepackt werden muss.

Sicher ist, wenn eine Elterncommunity steht und die Rolle des Teams klar ist, dann ist der Prozess der Reflektion leichter und das positive Ergebnis einer wertschätzenden Zusammenarbeit ist fast zu erwarten.

Wenn du Fragen zur Umsetzung hast, dann schreibe mir gerne eine Mail oder eine DM bei Instagram!

Viel Erfolg