„Die gucken doch eh nur noch auf ihre Handys.“

Ich beginne spitzfinderisch und erkläre erstmal, dass das Smartphone heißt und nicht mehr Handy. Handy ist voll 2000. Und wenn es danach geht, ist Handy auch nicht ein englisches Wort, sondern eine „denglische“ Erfindung.

Aber gut. Schluss mit dem Besserwissertum. Beginnen wir ernst zu werden, weil es ein wirklich seriöses Thema ist.

Eine ganze Generation wird damit konfrontiert, lethargisch, uninteressiert und mediensüchtig zu sein. Das reale Leben rauscht nur noch an den Kindern und Jugendlichen vorbei. Allgemein werden sie als „Techjunkies“ oder „Smombies“ bezeichnet. Definitiv keine ehrenwerten Titel.

Youtube-Star, Influencer, Gesellschaftskritiker

Halt Stopp! Ganz so einfach ist es zum Glück nicht. Die Kinder haben einfach nur Vorbilder. Damals waren es Michael Jackson, Madonna und Tina Turner heute sind es Felix von der Laden, DagiBee oder Flying Uwe. Und warum? Weil diese Menschen nahbarer sind. Sie sind zum Teil sehr echt und gefühlt kommen sie aus der gleichen Gesellschaftlichen Ebene. Dadurch, dass man auf denselben Plattformen mit ihnen ins Gespräch kommen könnte, sind die „Influencer“ wie gute Freunde, die man auf dem Pausenhof trifft.

Dank Greta und Rezo bekommt die Generation Z eine neue Influencerart. Ich nenne sie mal „Futurelancer“. Junge Menschen die sich via Social Media und im realen Leben mit unserer Gesellschaft offen auseinandersetzen. Manchmal fordernd, manchmal wütend und immer mit einer großen Leidenschaft. Das ist meiner Meinung nach sehr beeindruckend. Sie wollen alle Generationen aufrütteln und bewegen. Das ist eine Mammutaufgabe, aber sie sind entschlossen die Gesellschaft in Bewegung zu versetzen. Egal ob Politiker oder Industriemogule, sie treten die Diskussion an und finden immer mehr Wege, sich Gehör zu verschaffen.

„Ich lasse mir von den jungen naiven Kids nichts sagen!“

Wie oft habe ich diesen blöden Satz schon gehört. Genauso oft wie pubertäre Witze von Menschen, die eine geteilte Stadt erlebt haben. Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihnen die Welt erklären möchten. Eine Welt die gar nicht mehr so funktionieren kann, wie sie es einmal gelernt haben.

Ihr seht wohin der Titel führt. Es wird nur das gesehen, was mit den bloßen Augen wahrgenommen wird. Kinder und Jugendliche die seelenlos auf Smartphones starren. Das sie aber gerade dabei sind diese Plattformen nützlich zu gestalten kann man nur merken, wenn alle Sinne genutzt.

Sie vernetzen sich, sie kommunizieren schnell und effizient, sie planen und setzen ihre Ideen mehr und mehr um. Während die Generation ARD und ZDF auf die tägliche Nachrichtenshow wartet, sind die jungen Menschen doppelt so schnell informiert und haben zum Glück schon auf den nächsten politischen Fehlgriff reagiert.

Ich habe letztens einen Meme mit folgenden Inhalt gesehen:

„Kinder müssen lernen wie man denkt und nicht was man denkt.“

Deshalb ist es für mich als Pädagoge wichtig, dass Kinder und Jugendlich in ihrer Medienkompetenz noch mehr gestärkt werden. Das muss in der Kita beginnen und in der Schule weitergeführt werden.

Ich bin gerne auf Twitter, Youtube und Instagram unterwegs, weil ich es unglaublich spannend ist, diese Generation zu begleiten.