Bildung bedeutet gegen den Strom zu denken. In der Schule ist es auch im Jahr 2020 aber immer noch ein Kompetenz-Macht-Konflikt zwischen lernenden Kindern/Jugendlichen und lehrenden Erwachsenen.

Teilweise beginnt das sogar schon im Kindergarten, wenn die “frechen” Kinder machen was sie wollen.

Ich möchte hier mal DREI Kernprozesse nennen, die durch diese Hierarchie gehemmt werden:

#Persönlichkeit

Kinder und Jugendliche befinden sich immer auf der Suche nach ihrer Identität. Sie experimentieren mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten. Sie streben danach die Welt anders zu sehen, als ein “Erwachsener”.

Das Problem ist jedoch, dass sie durch Erzieher und Lehrer ausgebremst werden. Selbstbewusste Kids werden nach Möglichkeit unterdrückt. Cleveres Verhalten wird meist nicht wertgeschätzt, weil es nicht der Norm entspricht. 

Probleme der Kids werden dem Drang nach Leistungsabfrage untergeordnet.

Schade, denn starke Persönlichkeiten treiben die Leistung der Gruppe an und geben Sicherheit.

#Partizipation

Wir Eltern, Erzieher und Lehrer möchten wissen, was das Beste für die Kinder ist. Es wird geradezu mit Ratschlägen und Besserwisserei um sich geschmissen, als wenn bei Woolworth Schlussverkauf ist. Der Weg der Kids wird dabei meisten untergraben.

Das hemmt den Entwicklungsprozess noch mehr Interesse für bestimmte Wissensbereiche zu entwickeln.

Die jungen Menschen, die lernen wollen, müssen die Bedingungen bekommen, lernen zu können. Das System muss sich dem Lernenden anpassen und nicht umgekehrt.

#Fehlerfreundlichkeit

Im Bildungssystem geht es viel zu sehr darum, Fehler zu werten anstatt sie zu erkennen und daran zu feilen, sie zu verbessern. Das Denken fehlerlos durch das Leben zu gehen ist schlichtweg unmöglich. Es würde Stillstand bedeuten.

Die Erzieher und Lehrer dieser Welt sollten über jeden Moment froh sein, der fehlerhaft ist, denn sonst wären sie arbeitslos.

Entscheidend ist dann die Handlungskompetenz der Lehrpersonen. Tadel führt zu unnötigen Druck und Zweifelsfehlern. Motivation und eine positive Prozessbegleitung lässt die jungen bildungsgierigen Menschen zur Höchstform auflaufen.

Ein System, welches darauf bedacht ist, die Anhäufung von Wissen zu bewerten, anstatt das bilden von Kompetenzen, Fähigkeiten und Wissen, verliert gegen die Bildungsmöglichkeiten unserer Zeit.

Wenn Erzieher und Lehrer sich dem Fortschritt in der Didaktik und Methodik nicht beugen und immer daran denken, wie es früher mal war, dann sind die Klassenzimmer bald leer.

Fridays for Future ist meiner Meinung ein gutes Beispiel dafür, dass das Bildungssystem nicht mehr zu den jungen Menschen im Jahr 2020 passt.

Sie wollen am aktuellen Tagesgeschehen teilnehmen und nicht zuschauen, wie ältere Generationen bestimmen und verwalten wollen.

Es ist die beste Zeit, die Plattform für Bildungsentwicklung mit den Kindern und Jugendlichen zu gestalten, sodass wir das große Potenzial nutzen können. Während Menschen aus älteren Generationen nach Macht gieren, möchte die junge Generation die Gemeinschaft unterstützen.

Bildung braucht den Austausch nicht die Bestimmung.