Wir alle hätten bis vor ein paar Tagen nicht im geringsten erwartet, den Menschen George Floyd zu kennen. Diese Tatsache passt zu diesem Jahr, welches völlig anders verläuft, als wir dachten.

Jetzt wo wir den Namen George Floyd kennen und vor allem wissen, dass er ermordet wurde, scheinen Diskussion über Maskenpflicht und Abstandsregeln absurd einfach. Jetzt ist der Virus gar ein kleines Übel, weil die Maßnahmen, um eine Infektion zu verhindern, quasi kinderleicht sind.

Rassismus hingegen ist grässlicher, weil es ein, vom Menschen gemachter “Virus” ist. Es verbreitet Hass, Missgunst, Lügen und den Tod.

Rassismus in Kreisen der Beschützer

George Floyd ist ermordet worden. Getötet von einem Menschen, der sich „bewusst“ dafür entschieden hat, Polizist zu werden. Ein Beruf, der die Pflicht und Verantwortung trägt, Menschen vor Ungerechtigkeit, Verbrechen und Tod zu schützen. Nicht mehr, nicht weniger.

Die USA brennt. Es reicht. Ich möchte nicht zu martialisch klingen und rede „noch“ nicht von einer Revolution. Die Szenen werden jedoch deutlicher. Nicht umsonst reitet nun die Nationalgarde in das Land ein. Von Ohnmacht ist noch keine Spur. Hoffnung und der Ruf nach ethnischer Akzeptanz ist sehr groß. Die Frage ist: Wie standhaft ist der Geist? Wie lange können Menschen kämpfen, die seitdem sie auf der Welt sind, unterdrückt werden. Nur weil ihre Hautfarbe, Sprache, Kultur oder ihr Lebensstil anders ist?

Wenn Kinder fragen, was dann?

„Mama? Warum töten Polizisten Menschen?“ Was würdest du darauf antworten?

Das war ein böser Polizist. Der Mann mag Menschen nicht, die eine andere Hautfarbe haben.

Polizisten sind trotzdem immer noch die Netten.

Dieser Mann hat einen großen Fehler gemacht und muss nun ins Gefängnis.

So ungefähr, oder? Ja? Ok. Was erzählst du über die anderen hundert Polizisten die gerade Tränengas und Gummigeschosse auf wehrlose Menschen schießen?

Schon schwieriger oder? Also schweigen wir lieber darüber? Erzählen den Kids und der Jugend nur die Hälfte? Lassen wir sie mit ihren Gedanken alleine, weil wir eigentlich selber überfordert sind? NEIN!

Reden wir über rassistische Gedanken

Wir müssen darüber reden. Wir müssen hinschauen. Wir können nicht nur davon erzählen, dass so eine Zeit nie wieder kommen darf. Denn sie ist schon da. In Deutschland, in Ungarn, in Polen, in den USA.

Reden wir mit unseren Kindern. Nehmen wir die Verantwortung jetzt auf uns und erzählen ihnen, dass Vielfalt den Menschen bereichert. Das es egal ist, wie der Mensch aussieht, welchen Gott er verehrt, welche Sprache er spricht oder welchen Menschen er liebt.

Diversität überfordert. Keine Frage. Diese schier unendlichen Lebensideen muss man lernen zu begreifen. Schaffen wir das, ist der Mehrwert und die daraus entstehenden Learnings unfassbar wertvoll. Wir haben die Macht uns gegen Menschen zu stemmen, die Hass säen. Noch.

Empathie als Faktor

Anhand der USA sehen wir, was mit Macht passiert, wenn sie in die falschen Hände fällt. Solange das noch nicht passiert ist, ist es einfacher diesen Verlauf zu verhindern. Das ist eine grundlegende Tugend, die wir unseren Kindern und Jugendlichen mitgeben müssen. Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden sind präventiv zu schützen. Fällt eines dieser Säulen, wird es unglaublich schwer die anderen zu verteidigen.

Rücksicht und Empathie sind anstrengend. Verstehe ich. Sie verlangen Geduld und Verständnis. Das will gelernt werden. Deshalb fangen wir jetzt an, mit unseren Kindern und unserer Jugend gemeinsam zu lernen. Der Erfolg der daraus resultiert, macht aus allen Menschen Gewinner. Das bedeutet, dass Eltern, Kindergärten und Schulen sich dieser Thematik annehmen und gemeinsam Antworten entwickeln, die dazu führen, das Rassismus keine Gedankenalternative ist.

Wir kennen den Namen George Floyd. Den Menschen werden wir nie kennen.

Niemand möchte Märtyrer sein. Also brechen wir diese Spirale, mit achtsamen und aufrichtigem Handeln.

„Kindern ist es egal, wie ihr bester Freund aussieht. Ihnen ist wichtig, dass sie einander versprechen zu vertrauen und sich akzeptieren.“